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DRK-Beitrag zum Gemeinwohl: Angehende Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter begrüsst - Steindorfner will Rechtssicherheit auch im Land

„Nur noch kurz die Welt retten“: Mit dieser musikalischen Anspielung hat in der Stadthalle Herrenberg kürzlich die Begrüßungsfeier für 360 angehende Notfallsanitäter begonnen. Darunter auch zehn junge DRK-Angehörige aus dem Kreis Böblingen. Die Auszubildenden haben am 1. Oktober angefangen und werden drei Jahre lang lernen: die Theorie an den elf Standorten der Landesschule des Deutschen Roten Kreuzes, die Praxis an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen im ganzen Land.

Präsident Michael Steindorfner: Dank an die MItarbeiterinnen und Mitarbeiter im DRK-Rettungsdienst.

Die zehn neuen Auszubildenden zur Notfallsanitäterin und zum Notfallsanitäter mit DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach, zugleich Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst gGmbH, DRK-Rettungsleiter Gerhard Fuchs, Prokurist der Rettungsdienst gGmbH, weiteren DRK-Rettungsdienst-Verantwortlichen und dem Betriebsratsvorsitzenden.

Auf der Feier konnten sie einander, ihren neuen Arbeitgeber und die DRK-Landesschule Baden-Württemberg mit ihren Standorten besser kennenlernen. Einen so starken Jahrgang mit 360 Auszubildenden gab es seit der Einführung des Notfallsanitäters noch nicht – es ist ein weiterer Schritt der DRK-Landesschule, um Personallücken möglichst bald schließen zu können.

„Sie alle werden dringend gebraucht und erwartet“, sagte der Geschäftsführer der DRK-Landesschule, Alfred Schulz, bei der Feier in Herrenberg. Er rechne damit, dass im Land bald mehr Kapazitäten beim Rettungsdienst vorgehalten würden – und so seien die Auszubildenden auch ein Beitrag zum Gemeinwohl. Birgit Wiloth-Sacherer, die Landesgeschäftsführerin des Badischen Roten Kreuzes, sagte: „Junge Menschen wie Sie werden in unserer Gesellschaft dringend gebraucht.“ Das DRK wiederum brauche gute und qualifizierte Mitarbeiter, um weiterhin Rettungsdienst auf diesem hohen Niveau anbieten zu können.

Birgit Wiloth-Sacherer sagte den Auszubildenden: „Sie haben einen besonderen und anspruchsvollen Beruf gewählt. Vor Ihnen liegen nun auch drei anspruchsvolle Jahre: Nie zuvor waren Fachkräfte des Rettungsdienstes so gut ausgebildet wie heute.“ Sie ermutigte die Auszubildenden, sich nach belastenden Einsätzen aktiv Hilfe zu holen. „Wir haben ein starkes Gemeinschaftsgefühl innerhalb des DRK.“ Alfred Schulz gab den jungen Leuten mit: „Ausbildung ist Teamsport“, die Lehrkräfte seien heute eher Trainer oder auch Coach. „Sie sind gefordert, sich aktiv an der Ausbildung zu beteiligen und den Unterricht mitzugestalten."

Michael Steindorfner, Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, sagte in seinem Willkommensgruss an die neuen Auszubildenden, ihre Lehrkräfte und Betreuer,
wie im DRK-Landesverband Baden-Württemberg, schenke man  auch im  DRK-Kreisverband Böblingen schon seit Jahren der Ausbildung eines qualifizierten Nachwuchses für den Rettungsdienst ein ganz besonderes Augenmerk. "Seit dem 1. Oktober 2018 haben wir mit den zehn neuen Auszubildenden insgesamt  25 junge Menschen, die den  Beruf einer Notfallsanitäterin oder eines Notfallsanitäters ergreifen möchten. Die Lehr-Rettungswachen in Sindelfingen und Leonberg sind bestens darauf vorbereitet. Genau so wie unsere Landeschule in Pfalzgrafenweiler."

Präsident Steindorfner nahm die Veranstaltung zum Anlass, einmal den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im DRK-Rettungsdienst ein ganz herzliches Dankeschön für ihren Einsatz auszusprechen. "Wir wissen alle um den bundesweiten Personalmangel im Rettungsdienst. Daß hohe fachliche Kompetenz und eine Einsatzbereitschaft rund um die UIhr an 365 Tagen im Jahr trotz aller Widrigkeiten und äußeren Umstände für die Menschen in diesem Land gewährleistet wird, ist ihnen zu verdanken. Sie leisten über ihre eigentliche Verpflichtung hinaus eine gewaltige Mehrarbeit und damit einen nicht hoch genug einzuschätzenden Dienst an der Gesellschaft. Auch daraus sprechen der Geist und das Vermächtnis von Henry Dunant."

Dringend notwendig ist nach Michael Steindorfners Auffassung eine landesweit einheitliche Regelung für die Handlungskompetenzen der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter. Immerhin seien bereits fast fünf Jahre seit dem Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes in Baden-Württemberg verstrichen, doch geschehen seit in dieser doch schon langen Zeit in dieser Hinsicht nichts, bemängelte der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen.  Anders als in Thüringen, denn dort habe der Freistaat durch ein Gesetz vom Juli 2018 für klare Verhältnisse und damit vor allem für Rechtssicherheit bei invasiven Maßnahmen im Notfalleinsatz gesorgt. "Hier besteht in Baden-Württemberg dringender Handlungsbedarf. Denn was in Thüringen möglich ist, muss auch bei uns in Baden-Württemberg zu schaffen sein", erklärte Steindorfner unter großem Beifall der Versammlung.

Es seit deshalb zwingend erforderlich, die in Thrüringen bereits seit Monaten vorgenommenen Änderungen umgehend und uneingeschränkt auch in Baden-Württemberg gesetzlich zu verankern. Steindorfner kündigte in diesem Zusammenhang bereits vereinbarte Gespräche mit Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags in dieser Angelegenheit an. Zuvor hatte schon Birgit Wiloth-Sacherer die Hoffnung und Erwartung geäußert, daß es vor der Verabschiedung des aktuellen Ausbildungs-Jahrganges zu einer entsprechenden Regelung auch in Baden-Württemberg kommen werde.

Die 360 Schülerinnen und Schüler werden in 18 Klassen unterrichtet, darunter sind zwei der Bundeswehr. Die Arbeitgeber und Ausbildungsträger der anderen Schüler sind 48 DRK-Kreisverbände in Baden-Württemberg, außerdem Rettungsdienst-Gesellschaften, Firmen und andere Hilfsorganisationen. Notfallsanitäter zu werden ist anspruchsvoll: Zwischen den Theorie-Blöcken der Landesschule liegen die Praxisphasen, wofür die Auszubildenden in Rettungswachen und Kliniken mitarbeiten. Am Ende der dualen Ausbildung wartet eine staatliche Prüfung, bei der die Absolventen schriftlich, mündlich und praktisch zeigen müssen, was sie gelernt haben.

In den vergangenen Jahren hat die DRK-Landesschule ihre Kapazitäten vergrößert und sich dezentralisiert. So kann sie den 2014 neu eingeführten Ausbildungsgang zum Notfallsanitäter gut organisieren und zugleich auch die hohe Nachfrage nach neuen Fachkräften erfüllen. Mehrfach sind Standorte hinzugekommen, inzwischen sind es elf: Bad Säckingen, Ellwangen, Freiburg, Karlsruhe, Radolfzell, Ravensburg, Sinsheim, Stuttgart, Ulm, Villingen-Schwenningen sowie der Hauptstandort Pfalzgrafenweiler.

26. October 2018 11:00 Uhr. Alter: 26 Tage