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Chinesische Delegation von hoher Qualität des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Böblingen beeindruckt

Sichtlich beeindruckt zeigte sich eine Delegation des Chinesischen Roten Kreuzes der Provinz Hubei von der hohen Qualität der Rettungsdiensteinrichtungen des DRK-Kreisverbandes Böblingen. Die Delegation aus dem Fernen Osten war aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens des Partnerschaftsvertrages mit dem DRK-Landesverband Baden-Württemberg auch in den Kreis Böblingen gekommen.

Modernste Technik und hochqualifizierte Mitarbeiter beeindruckten beim Besuch der Integrierten Leitstelle.

Die Delegation wurde vom Abteilungsleiter des Provinzverbandes des Chinesischen Roten Kreuzes mit Sitz in Wuhan, Gao Minzhu, geleitet. Außerdem waren geschäftsführende Präsidentinnen  bzw. Präsidenten der Distriktverbände Shiyan, Xiangyang, Ezhou und Shennongjia Mitglieder der Delegation. Der Vertreter der Provinzverwaltung Hubei, Geschäftsführender Direktor LI Jinhu, begleitete die Rotkreuzangehörigen aus seiner Provinz.

Auf Anregung des Staatsministeriums Baden-Württemberg und auf Bitten des chinesischen Rotkreuzverbandes hat das Präsidium des DRK-Landesverbandes im Jahre 1987 einer Partnerschaftsvereinbarung zugestimmt, die dann 1989 in Wuhan vom damaligen Präsidenten des Landesverbandes Baden-Württemberg, Dr. Kurt Gebhardt, förmlich unterzeichnet worden ist. Die ersten Kontakte hatte im Jahr 1985 der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth geknüpft. Das Chinesische Rote Kreuz der Provinz Hubei, die mit rund 58 Millionen Einwohnern im vorderen Drittel der 33 Provinzen einzuordnen ist, liegt im Südosten Chinas in der großen chinesischen Ebene.

In den 25 Jahren fanden verschiedene gemeinsame Projekte und Unterstützungsmaßnahmen ihren Niederschlag. In den 1990-er-Jahren lag der Schwerpunkt auf der Verbesserung des Rettungsdienstes in der Stadt Qianjiang und im Ausbau eines Zentralen Katastrophenschutzlagers in der Stadt Xiaogan. Experten des chinesischen Rettungsdienstes wurden zudem in der DRK-Landesschule Baden-Württemberg in Pfalzgrafenweiler ausgebildet. In den 2000-er-Jahren fand ein Austausch von Schulsanitätsdienstgruppen und der Stadt Yichang statt. Das letzte große Projekt war der vom DRK-Bundesverband finanzierte und vom chinesischen Partnerverband ausgeführte Bau von 100 hygienischen Toiletten in entfernten Dörfern in der Umgebung der Stadt Yichang.

Auf dem jetzigen Jubiläums-Besuchsprogramm der Gruppe aus dem Fernen Osten standen Rettungsdienst-Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes Böblingen. Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach und der Leiter der Integrierten Leitstelle in Böblingen, Herbert Mann, erläuterten den chinesischen Gästen zunächst Aufgaben und Einrichtung der Leitstelle. Die Partnergruppe aus der Volksrepublik China zeigte sich sehr angetan vom hohen technischen Standard der Leitstelle, die seit dem 1. Juli 2000 besteht. Acht Feuerwehrdisponenten und zehn Rettungsassistenten bearbeiten alle eingehenden Notrufe, die über die Notrufnummern 112 und 19 222 eingehen. Fünf Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, davon sind tagsüber drei Disponenten, nachts zwei Disponenten tätig. Modernste Computertechnik unterstützt die Mitarbeiter in der Leitstelle. Pro Arbeitsplatz sind täglich über 200 Gespräche abzuwickeln und jährlich werden über 46.000 Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst bearbeitet.

DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach machte die chinesischen Gäste in diesem Zusammenhang auf das interne Qualitätsmanagement für den Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Böblingen aufmerksam. Der Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes sei auf dieser Grundlage erfolgreich zertifiziert worden. "Auf dieses Gütesiegel, dem gesetzliche Vorschriften zugrunde liegen, sind wir natürlich stolz, weil es beweist, daß wir mit unserer transparenten Qualitätssicherung auf dem richtigen Weg sind", erklärte Wolfgang Breidbach.

Während der Gespräche in der Leitstelle äußerten die chinesischen Rot-Kreuz-Angehörigen spontan den Wunsch, im Rahmen ihres anschliessenden Besuchs der Rettungswache Leonberg den auf dem angrenzenden Gelände des Krankenhauses stationierten DRF-Rettungshubschrauber in Augenschein nehmen zu dürfen. Zur Freude der Gäste erfüllte sich dieser Wunsch, wobei vor Ort außer Wolfgang Breidbach und Herbert Mann auch zwei Rettungsassistenten den Wissensdurst der Delegation aus dem Fernen Osten, die einen exzellenten chinesischen Studenten aus Stuttgart als Dolmetscher dabei hatten, erschöpfend stillen konnten. Beim abschliessenden Gedankenaustausch in der Rettungswache Leonberg, die unter Führung des stellvertretenden Leiters Stephan Abele besichtigt wurde, waren sich alle Gesprächspartner darin einig, die guten partnerschaftlichen Beziehungen fortzusetzen - möglicherweise, wie bereits geschehen, mit einem Austausch von Schulsanitätsgruppen.

14. December 2014 12:00 Uhr. Alter: 3 Jahre