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"Neue DRK-Rettungswache in Malmsheim stellt optimale Notfallversorgung sicher"

Die neue DRK-Rettungswache in Malmsheim, die jetzt nach rund zehnmonatiger Bauzeit offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde, gewährleistet eine optimale Notfallversorgung. Dies war der Tenor aller Reden, die bei der Feierstunde am Samstag gehalten wurden. Gleichzeitig nahmen an diesem Tag neben den Ehrengästen auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit wahr, die Rettungswache zu besichtigen.

DRK-Kreisvorsitzender Michael Steindorfer begrüsste die vielen Ehrengäste. Unter ihnen der Landtagsabgeordnete Dr. Bernd Murschel, Landrat Roland Bernhard, dessen Amtsvorgänger Bernhard Maier, Kreis- und Gemeinderäte, Pfarrer Reinhard Sayer und Gemeindereferent Felix Lipp, Mitglieder des DRK-Kreisvorstandes sowie der DRK-Kreisgeschäftsstelle mit Wolfgang Breidbach und Hartmut Wollwinder an der Spitze, die Angehörigen befreundeter Hilfsorganisationen von Polizei und Feuerwehr, zahlreiche Angehörige des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Böblingen mit Betriebsleiter Ernst Baldauf sowie Architekt Hansjörk Schneck und die "Männer vom Bau".

Steindorfner sagte zur Vorgeschichte der Standortfindung in Malmsheim, dies sei alles andere als eine leichte Geburt gewesen. Selten habe man sich so heftige Vorwürfe, speziell aus Weil der Stadt, dem seitherigen Standort der Rettungswache, anhören müssen. Dabei sei es den Verantworlichen des DRK-Kreisverbandes um nichts anderes als um wirtschaftliche Zwänge und vor allem um das Überleben des Rettungsdienstes gegangen. Daraus habe die Entscheidung des Bereichsausschgusses resultiert, im Einvernehmen mit dem Landratsamt Böblingen ein Gutachten in Auftrag zu geben. Dessen Ergebnis habe den Neubau in Malmsheim sowie den zeitgleichen Neubau der Rettungswache in Leonberg zur Folge gehabt. Steindorfner räumte ein, dass es schmerzhaft für Weil der Stadt sei, die Rettungswache verloren zu haben.  "Die Entscheidung für Malmsheim war keine Entscheidung gegen Weil der Stadt". Der DRK-Kreisvorsitzende bedankte sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich beim DRK-Ortsverein Weil der Stadt für das Jahrzehnte währende ehrenamtliche Engagement.

"Absolute Spitze"

Michael Steindorfner betonte, die neue DRK-Rettungswache in Malmsheim versetze das Rote Kreuz in die Lage, noch schneller zur Stelle zu sein, wenn Hilfe notwendig sei. "Dies ist für den nordwestlichen Teil des Landkreises Böblingen von eminenter Bedeutung."  Der DRK-Kreisvorsitzende verwies darauf, daß im vergangenen Jahr von Weil der Stadt aus 2 356 Rettungseinsätze gefahren wurden.  Anhand dieser Zahl könne man ermessen, welch große Aufgabe das Rote Kreuz auch in diesem Teil des Kreises Böblingen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen habe.  Steindorfner: "Wir stellen uns ganz bewusst dieser Herausforderung, weil sie mit unserem Anspruch einher geht, auf allen Gebieten höchsten Qualitätsanforderungen zu genügen." Dies belege eindrucksvoll die Tatsache, daß der DRK-Kreisverband Böblingen die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen im gesamten Gebiet des Landkreises Böblingen mit den vier DRK-Rettungswachen in Leonberg, Sindelfingen, Herrenberg und nun in Malsmheim im Rettungswagen-Einsatz zu 95,7 Prozent und im Notarzt-Einsatz zu rund 95 Prozent voll erfülle. Die kleinen Abweichungen würden sich beispielsweise bei extremen Witterungsbedingungen ergeben. "Mit dieser enormen Einsatzpünktlichkeit und Zuverlässigkeit im erdgebundenen Rettungsdienst sind wir im Vergleich mit anderen Kreisverbänden - auch in unserer Nachbarschaft - absolte Spitze. Deshalb gilt allen Angehörigen und Verantwortlichen des DRK-Rettungsdienstes für ihren vorbildlichen Einsatz Lob, Anerkennung und Dank", sagte Michael Steindorner unter dem Beifall der Gäste. 

Um solche Leistungen kontinuierlich erbringen zu können, die im berechtigten Interesse der Bürgerinnen und Bürger liegen würden, müsse Geld in Hand genommen werden. "Viel Geld sogar". Nur durch den Einsatz erheblicher Eigenmittel sei es dem DRK-Kreisverband bislang möglich gewesen, den hohen Leistungsstandard des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Böblingen aufrecht zu erhalten. Im vergangenen Jahr seien dies immerhin rund eine Million Euro gewesen. Michael Steindorfner zeigte sich deshalb zufrieden darüber, daß die Verhandlungen mit den Kassen über eine kostengerechte Erstattung abgeschlossen werden konnten. Es verbleibe dennoch ein schmerzliches, "aber deutlich geringeres Defizit". Dies sei ein Ergebnis, "das den Rettungsdienst am Leben und für die Zukunft hoffen lässt". Eberhard Mauser, Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen, durfte dafür aus dem Munde des DRK-Kreisvorsitzenden ein Dankeschön entgegen nehmen.

Die Kosten der neuen DRK-Rettungswache in Malsmheim bezifferte Steindorfner auf rund 900 000 Euro. Davon habe das Land Baden-Württemberg 370 000 Euro beigesteuert. Und augenzwinkernd fügte der Redner an die Adresse der Stadt Renningen hinzu, im Roten Kreuz würde man sich - ähnlich wie in Leonberg geschehen - über eine finanzielle Zuwendung freuen. Mit einem herzlichen Dankeschön an alle, die an Planung, Bau und Finanzierung des Vorhabens beteiligt waren, schloß Steindorfner seine Ausführungen.

Landrat lobt "hervorragende Arbeit" des DRK

Landrat Roland Bernhard sprach von einem "tollen und optimalen Standort". Die Entstehungsgeschichte sei nicht ganz einfach gewesen, doch jetzt gelte es, nach vorne zu blicken. Dem DRK im Kreis Böblingen bescheinigte der Landrat, "hervorragende  Arbeit" zu leisten. Die Bürgerinnen und Bürger wüssten die Einhaltung der Hilfsfristen besonders zu schätzen.

Friedrich Breining, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Renningen, fand ebenfalls lobende Worte für die "funktionsfähige Rettungswache". Schon im 16. Jahrhundert habe der Standort lebenswichtigen Interessen der Menschen gedient. Dies würden die Flurnamen "Brunnenfeld" und "Tümpfel" beweisen. "Heute wie in der Vergangenheit hat der Grund und Boden also immer der Gemeinschaft gedient."

AOK-Geschäftsführer Eberhard Mauser sprach von einer "gut placierten Rettungswache". Er bekannte sich zur Notwendigkeit eines leistungsstarken Rettungsdienstes. So sei im Gegensatz zum Landkreis Böblingen das Thema Hilfsfristen im Land ein "Hammerthema". Der AOK-Geschäftsführer zeigte sich aufgeschlossen für weitere Verhandlungen, wies jedoch ausdrücklich darauf hin, daß das soziale Sicherungssystem zur Zeit Probleme habe. Er rief dazu auf, verantwortlich und mutig in die Zukunft zu blicken und die erforderlichen Entscheidungen zu treffen.

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch Architekt Hansjörk Schneck an Michael Steindorfner  und Wolfgang Breidbach segneten der evangelische Pfarrer Reinhard Sayer und sein katholischer Kollege, Gemeindereferent Felix Lipp, die neue DRK-Rettungswache ein. Die eindrucksvolle Feier klang mit dem gemeisnam gesungenen Choral "Nun danket alle Gott" aus.

6. June 2009 22:26 Uhr. Alter: 8 Jahre